Kreismusikschule "Carl Orff" Nordwestmecklenburg
staatlich anerkannte Musikschule - Musikunterricht mit persönlicher Note in über 30 Orten im Landkreis

CHRONIK

Auf Vorschlag und Initiative von Frau Heidrun Bank wurde am 22. Oktober 1990 die Musikschule Grevesmühlen gegründet. Dank der Unterstützung durch die damalige Kreisverwaltung und durch die Bereitstellung von Landesfördermitteln konnten Unterrichtsräume bereitgestellt und Instrumente gekauft werden. 2 Lehrer unterrichteten von nun an in Grevesmühlen und Schönberg 26 SchülerInnen in den Fächern Klavier und Gitarre. Innerhalb von 2 Jahren wuchs die Schülerzahl auf 200 an, so dass im Jahre 1992 Herr Hartwig Kessler zum stellvertretenden Schulleiter bestellt wurde. Die von der Schulleitung entwickelte und zweijährlich aktualisierte und ergänzte Konzeption diente fortan als Grundlage zur Weiterentwicklung der Musikschule. Das Fächerangebot umfasste nun auch den Unterricht in Holz- und Blechblasinstrumenten, Keyboard und Akkordeon.

Im Zuge der Kreisgebietsreform 1994 vollzog sich ebenfalls eine Neustrukturierung der Musikschulen des Landes. Die bestehenden Musikschulen Grevesmühlen und „Carl Orff“ Gadebusch wurden am 1.3.1995 zusammengeschlossen. Die neue Musikschule erhielt den Namen „Carl Orff“ Nordwestmecklenburg und als Hauptsitz Grevesmühlen. Zum Schulleiter wurde Herr Hartwig Kessler bestellt, als seine Stellvertreterin Frau Heidrun Bank. Mit der Kreisgebietsreform erweiterte sich auch der Einzugsbereich der Kreismusikschule erheblich, da nun auch MusikschülerInnen aus den ehemaligen Kreisen Wismar-Land, Schwerin-Land und Sternberg beschult werden mussten. Um dem Wunsch der Politiker gerecht zu werden und um den Schülern lange Anfahrtswege zu ersparen, wurde mit der Einrichtung neuer Außenstellen, so u.a. in Neukloster, Warin, Bad Kleinen, Dreveskirchen, Neuburg-Steinhausen, Alt Meteln und Schlagsdorf begonnen. Ausgebildete und engagierte Fachlehrer ermöglichten es, das Unterrichtsangebot zu erweitern, z.B. Fagott, Cello, Violine und Gesang. Am 1.3.1995 traten ebenfalls eine neue Satzung und Gebührensatzung in Kraft.

Die Finanzierung der Musikschule erfolgte von Anfang an anteilig durch den Kreis Grevesmühlen, nach der Kreisgebietsreform durch den Landkreis Nordwestmecklenburg als Träger, das Land Mecklenburg-Vorpommern sowie die Unterrichtsgebühren.

Als Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e.V. arbeitet die Kreismusikschule nach dessen Richtlinien und entwickelte sich in den Folgejahren quantitativ und qualitativ kontinuierlich weiter.

1995 wurde der Förderverein der Kreismusikschule gegründet, der seitdem die Aktivitäten der Musikschule unterstützt und fördert.

Die hohe Qualität der Ausbildung spiegelt sich u.a. in der erfolgreichen Teilnahme unserer MusikschülerInnen an den alljährlich stattfindenden Wettbewerben „Jugend musiziert“ wider ebenso in der Tatsache, dass unsere SchülerInnen bereits im Deutschen Musikschulorchester (DMO) und im Landesjugendjazzorchester (LJJO) mitwirkten, ein Musikstudium aufgenommen haben bzw. den Beruf eines Instrumentenbauers erlernen. Begabte Schüler erhalten zusätzlich Förderunterricht bzw. eine studienvorbereitende Ausbildung.

Während eines Festakts anlässlich des 15jährigen Bestehens der Kreismusikschule im Oktober 2005 würdigte der damalige Landrat Erhard Bräunig die Verdienste dieser Einrichtung.

Auf der Grundlage ihres Leitbildes und unter Berücksichtigung der steigenden Qualitätsstandards konnte sich die Kreismusikschule auch in den 2000er Jahren kontinuierlich weiterwickeln. So wird durch die Einrichtung immer neuer Außenstellen inzwischen ein flächendeckendes Angebot im Landkreis vorgehalten. Das Unterrichtsangebot geht weit über den normalen Einzel- und Gruppenunterricht hinaus und umfasst auch zeitlich begrenzte Kurse und Projekt. Dazu zählen Tanz- bzw. Schauspielunterricht, Theorie und Gehörbildung ebenso wie das Instrumentenkarussell für Kinder bzw. für Erwachsene und das Instrumentenfest.

Dass die Kreismusikschule damit auf dem richtigen Weg ist, bewies die Implementierung mit dem Zertifikat QsM (Qualitätssicherung Musikschulen) im Jahr 2009. Anerkennung und lobende Worte gab es auch im Oktober 2010, als der damalige Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Henry Tesch im Rahmen der Ausstellungseröffnung „20 Jahre Kreismusikschule“ der Kreismusikschule den Titel „Staatlich anerkannte Musikschule“ verlieh.

Neben bewährten Unterrichtsformen und Veranstaltungen ist die Musikschule offen für neue Wege und Ideen. So fand im Oktober 2011 erstmals ein musikschulinterner Wettbewerb unter dem Motto „Kleine Große Meister“ statt, der auf Grund des großen Zuspruchs alljährlich wiederholt wird.

Auch die Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen und Kindertagesstätten konnte ausgebaut und intensiviert werden.

Unter der Schirmherrschaft von Sozialministerin Birgit Hesse starteten die Kreismusikschule, ihr Förderverein und die MOSAIK-Schule in Grevesmühlen im Jahr 2013 das gemeinsame Projekt „Durch Musik mittendrin“. Anliegen ist es, Kinder mit Lernproblemen bzw. mit geistigen oder schweren Mehrfachbehinderungen auch am kulturellen Leben teilhaben zu lassen.

Die steigende Nachfrage nach Auftritten der Musikschule bei kulturellen Veranstaltungen inner- und außerhalb des Landkreises beweist, dass die Kreismusikschule ein gefragter und geschätzter Partner in Sachen Kultur ist.

Das Jahr 2015 stand unter dem Motto „Ein Vierteljahrhundert Musik mit Leidenschaft und Kompetenz“. Konzerte unterschiedlichster Art, eine liebevoll gestaltete Ausstellung, ein Buch des Fördervereins über die 25jährige Geschichte der Kreismusikschule sowie ein Festakt im Grevesmühlener Rathaussaal würdigten die Leistungen dieser bedeutsamen Bildungs- und Kultureinrichtung.

Landrätin Kerstin Weiss hob in ihrer Festansprache hervor: „Während dieses Vierteljahrhunderts wurde Großartiges geleistet. Es wurden Leistungen von, für und mit Menschen vollbracht, die vor allem Folgendes verspüren lassen: Leidenschaft, Kompetenz, Freude und Nachhaltigkeit… Eine Musikschule im Jahr 1990 zu gründen, war ein gewisses Wagnis, aber wie sich bald herausstellte, eine gut genutzte Chance in einer Zeit des Umbruchs. Dieses Jubiläum ist ein ganz besonderes, das sich auch in das Jubiläum der Deutschen Einheit einreiht.“

Im selben Jahr wurde eine Broschüre von der Kreismusikschule und ihrem Förderverein herausgegeben, die über das Unterrichts- und Veranstaltungsangebot, über Kooperationen und Projekte informiert und Wissenswertes zu Anmeldung und Gebühren vermittelt.

2016 verlieh das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Kreismusikschule den Titel „Staatlich anerkannte Musikschule" für weitere 5 Jahre.

Im Auftrag des Bildungs- und Sozialministeriums MV erschien im selben Jahr ein neues Lehrwerk mit dem Titel „Musik im Kindergartenalltag“, bei dem Schüler und Lehrer der Kreismusikschule federführend mitgewirkt haben. Dazu gehört ebenfalls eine von den Musikschülern instrumental und gesanglich gestaltete CD. Vor Erscheinen wurde das Werk in einer Herrnburger Kindertagesstätte in der Praxis getestet.

Nach 2 Jahre währenden Verhandlungen wurde die Musikschule der Hansestadt Wismar ab dem 1.8.2017 dem Landkreis Nordwestmecklenburg zugeordnet. Der Kreistag des Landkreises Nordwestmecklenburg stimmte auf seiner Sitzung am 2.3.2017 diesem Übergang zu. Einzelheiten dazu sind in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen Landkreis und Hansestadt geregelt.

So wurden alle Schüler und Kollegen der Musikschule Wismar zum neuen Schuljahr durch den Landkreis übernommen. Das bestehende Unterrichtsangebot wird ebenfalls fortgeführt. Mit dem Übergang der Musikschule Wismar auf den Landkreis ab 1.8.2017 treten gleichzeitig die neue Satzung und Gebührensatzung in Kraft.

Gegenwärtig bildet die Kreismusikschule rund 1.700 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an 32 Unterrichtsorten aus. Der Schulleitung stehen dabei 26 hauptamtliche und 47 freie Mitarbeiter zur Seite. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Unterricht flächendeckend im gesamten Kreisgebiet durchzuführen, um auch im ländlichen Bereich ein interessantes und vielseitiges Freizeitangebot vorzuhalten sowie den Nachwuchs für die in unserem Kreis bestehenden Ensembles auszubilden.

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